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Installation von WHS auf einem Intel SS4200-E(HW)
Auf der Suche nach einem NAS System bin ich vor kurzem auf das Intel SS4200-E gestoßen. Leistungsmäßig gehört dieses Gerät zu einem der besten Geräte dank eines Intel (Wer hätte es gedacht) Celeron 420 Prozessors. Kritiken gab es nur wegen der Mitgelieferten EMC Software die viele Wünsche offen lies (Torrent Client, Webserver, usw.). Für Leute wie mich, die das Storage nicht nur als einfache Datenablage nutzten möchten gibt es jedoch eine Abhilfe. Letztendlich ist das SS4200-E und SS4200-EHW (Eine günstigere Version ohne die EMC Software) ein ganz normaler PC. Und genau deshalb gibt es hier die Möglichkeit den Windows Home Server oder andere Betriebssystem wie z.B. Windows Server 2003 oder Linux aufzuspielen. Da ich die automatische Sicherung der Clients des WHS interessant fand habe ich mich hierfür Entschieden und beschreibe hier den Ablauf der Installation:
Zunächst benötigt man aufgrund der doch eingeschränkten Anschlussmöglichkeiten diverse Komponenten:
- Windows Home Server Lizenz & Datenträger
- USB Tastatur
- USB Maus (Optional, wer Windows auch ohne Maus bedienen kann benötigt diese nicht)
- USB Stick (Minimum 1 GB)
- PCIe Grafikkarte (Näheres zum Modell später)
- PCIe x16 > x1 Riser Card
- nLite
- Treiber (Auflistung weiter unten)
Bezüglich der Grafikkarte würde ich empfehlen ein möglichst leistungsarmes Gerät zu verwenden. Ich konnte es zwar nicht verifizieren, ich vermute aber das es zu Probleme mit Karten in einer Leistungsklasse einer HD4870 oder ähnliches kommen kann. Grund dafür wäre die Verkleinerung des PCI Express Bus auf x1 von x16 und das Leistungsschwache Netzteil des SS4200.
Weiterhin solltet Ihr euch folgende Treiber im Vorfeld herunterladen:
- Intel Storage Treiber (32-bit Floppy Configuration Utility)
- Intel Chipsatz Treiber (INF-Update Utility)
- Intel Storage Manager
- Intel Pro/1000 PM Treiber
- Silicon Image Si3132 Treiber
1. Vorbereiten des Installationsdatenträgers
Aufgrund eines BUGS in der Windows XP/2003 Installationsroutine kommen wir mit einer einfachen Installation von CD (z.B. per USB CDROM Laufwerk) nicht weiter. Grund hierfür ist das bei einer $OEM Installation keine Treiber hinzugefügt werden können. Man kann zwar unter WINDOWS PE den Storage Treiber hinzufügen. Wenn der Installer jedoch in das Windows 2003 Installationssystem wechselt ist es auch schon vorbei und man wird mit einem Bluescreen belohnt. Aus diesem Grund müssen wir den Storage Treiber in die Windows 2003 Installation integrieren.
1.1 Kopieren der Windows Home Server Installation
Damit nLite später den Treiber in die Installation integrieren kann, kopieren wir den Inhalt der CD in den Ordner C:\WHS. Dies sollte per STRG+A geschehen damit Windows hier auch nicht sichtbare Dateien mit kopiert.
1.2 Integration des Storage Treibers
Wir integrieren nun per nLite den Intel Storage Treiber in die Windows 2003 Installation. Hierzu entpacken wir zunächst den von der Intel Seite heruntergeladenen Treiber in ein Verzeichnis eurer Wahl. Anschließend starten wir nLite und wählen als Verzeichnis C:\WHS\SVR_2003\ aus. Im nächsten Schritt greifen wir auf keine Vorlage zurück und klicken einfach auf ‘Weiter’. Da wir nur einen Treiber integrieren wollen aktivieren wir lediglich bei Aufgaben den Punkt ‘Treiber’ und klicken weiter. Hier fügt Ihr nun per Einfügen\Ordner mit mehreren Treibern euren entpackten Treiber hinzu.

Wichtig ist das Ihr hier per Strg+A alle Einträge auswählt. Anschließend bestätigt Ihr dies per OK klickt auf ‘Weiter’ und startet den Integrationsprozess. Nachdem dies abgeschlossen ist könnt Ihr nLite schließen und das meiste ist bereits getan.
1.2 Vorbereiten des USB Sticks
Um einen Bootfähigen USB Stick zu erstellen müsst Ihr unter Vista folgendes tun. Klemmt zunächst den USB Stick an den PC und startet die Kommandozeile (Start\Zubehör\Eingabeaufforderung) mit Administrator rechten (Rechtsklick ‘Als Administrator ausführen’). Hierüber startet Ihr nun das Programm diskpart wo Ihr folgende Kommandos absetzt:
list disk
select disk 2
clean
create partition primary
select partition 1
active
format fs=fat32
assign
exit
Bei ‘Select disk 2′ müsst Ihr die zwei gegen die passende Zahl austauschen die bei ‘list disk’ dem USB Stick entspricht.
ACHTUNG: HIERBEI WERDEN ALLE DATEN DEN USB STICKS GELÖSCHT!
1.3 Kopieren der Daten auf den Stick
Nachdem der USB Stick erfolgreich formatiert wurde könnt Ihr nun den Inhalt von C:\WHS\ auf den USB Stick kopieren. Auch hier wieder darauf achten das die Auswahl per Strg+A erfolgt. Nachdem der Kopiervorgang abgeschlossen ist, habe ich zudem einen Ordner ‘Treiber’ auf dem USB Stick erstellt der alle heruntergeladenen Treiber enthält. Somit stehen euch nach der Installation gleich alle Treiber zur Verfügung die Ihr dann installieren könnt. Wichtig: Auch der Intel Storage Treiber muss sich in diesem Ordner befinden. Wir haben zwar den Treiber integriert, aber auch nur in die Windows 2003 und nicht in die Windows PE Umgebung. Man könnte dies zwar auch machen, ich halte jedoch den Aufwand für definitiv zu groß. Man kann schließlich den Treiber unter PE erfolgreich per Dialog hinzufügen.
Nachdem der Kopiervorgang abgeschlossen ist, trennt Ihr bitte den USB Stick per ‘Hardware entfernen’ und klemmt Ihn von eurem PC ab.
2. Vorbereiten des SS4200
Um nun mit der eigentlichen Installation zu starten klemmen wir die RISER Card an den PCIe x1 Anschluss des Mainboards und klemmen hieran die Grafikkarte. Weiterhin schließen wir das USB Keyboard an.
So können wir nun das Gerät anschalten. Ich empfehle gleich am Anfang dem BIOS einen Besuch abzustatten. Aus Gründlichkeit deaktiviere ich hier immer Überflüssige Komponente wie den FDC oder den IDE Controller. Weiterhin habe ich hier die RAID Funktion des ICH7R aktiviert. Somit konnte ich ein RAID5 über meine vier Festplatten erstellen was mir Windows per Software RAID letztendlich nicht bietet. Wenn Ihr auch diesen Weg gehen wollt müsst wie beschrieben dies aktivieren und speichern. Nach einem Neustart erscheint nun der Intel Storage Manager den Ihr per STRG+I (Oder war es STRG+S?!?!) öffnen könnt. Hier könnt Ihr nun euer RAID Array erstellen. Nach einem weiteren Besuch im BIOS müsst ihr nun die Bootreihenfolge auf das Intel Raid einstellen.
Nachdem diese Konfiguration abgeschlossen ist könnt Ihr den USB Stick anklemmen und per F10 (Nach einem Reboot) das Bootdevice wählen. Wenn Ihr nun alles richtig gemacht habt seht Ihr das nun von dem USB Sticks die Bootdateien geladen werden und er Installer startet. Im falle einer RAID Konfiguration werdet Ihr am Anfang mit einer Meldung begrüßt das keine Festplatten gefunden werden konnten. Letztendlich wählt Ihr hier nun die auf dem USB Stick abgelegten Storage Treiber aus und nun läuft ab hier die Installation eigentlich automatisch. Ihr werdet nun nur noch nach CD Key und Hostname des System gefragt. Hiernach heißt es für ca. 1 Stunde ‘abwarten und Tee’ trinken.
3. Installation der Treiber
Nachdem die Installation durchgelaufen ist begrüßt euch der Konfigurationsassistent der euch nach Passwörtern und weiteren Einstellungen befragt. Hiernach könnt Ihr euch auf dem Desktop nun der Installation der Treiber widmen. Ich werde hierzu nicht viel schreiben außer die Reihenfolge die man vllt. Einhalten sollte:
- Chipsatztreiber
- Silicon Image Treiber
- Storage Manager
- Intel LAN Treiber
Bei einem Blick in den Gerätemanager sollten nun keine Treiber mehr fehlen außer dem Treiber für die Grafikkarte den wir natürlich nicht installieren.
4. Windows Update
Bevor der Server in den Einsatz kommt, sollte man natürlich Windows Update ausführen. Eigentlich sollte ich dies nicht extra erwähnen jedoch kam es bei meiner Installation zu ein paar Problemen so das ich wieder von vorne Anfangen durfte. Meine Empfehlung ist daher erstmal ausschließlich die Updates für Windows Server 2003 zu installieren und die für Windows Home Server komplett abzuwählen. Nach gefühlten 200 Updates und 30 Neustarts sind wir mit der Installation der Windows Server 2003 Updates fertig und können nun die Windows Home Server Updates problemlos installieren.
Note: Bei mir kam es zu einem komischen Problem mit dem PowerPack 2. Nach dessen Installation waren alle Dienste deaktiviert und es konnten somit keine Funktionen von Windows Home Server genutzt werden. Weiterhin teilte mir ‘Software’ mit das das PowerPack 2 entfernt wäre und ich es aber über Windows Update auch nicht nachinstallieren konnte.
5. Fertig
Nachdem nun alle Punkte erledigt sind kann die Grafikkarte abgeklemmt werden und das System kann in Betrieb genommen werden. Herzlichen Glückwunsch!
6. Sonstiges
Auch Intel stellt einen Guide bereit wie auf dem SS4200 ein Windows Home Server installiert werden kann. Zunächst habe ich es mit diesem Probiert, kam aufgrund des Bluescreen Problems nicht weiter. Weiterhin geht Intel hier auf den Intel Hardware Monitor ein. Hiermit soll man über die Windows Home Server Konsole den Hardware Status des Gerätes einsehen können. Ich konnte ihn jedenfalls nicht zum laufen bringen und habe ihn letztendlich deinstallieren müssen (Konsole hängt sich mit auf).
vor 10 Monaten
Hi,
danke für die hilfreiche Beschrreibung. Leider kann ich bei den Treibern innerhalb nLite nur 2 Treiber sehen. Für die SATA Controller. Die anderen sehe ich überhaupt nicht. Liegt es eventuell an meinem 64bit Vista?
Danke
vor 10 Monaten
Hallo,
das mit den Treibern kann ich aktuell nicht ganz nachvollziehen. Die Anleitung wurde von mir unter Vista amd64 geschrieben. Wurde die extrahierung des Archivs mit den Treibern erfolgreich abgeschlossen? War es zudem das ‘richtige’ Archiv (http://downloadcenter.intel.com/Detail_Desc.aspx?agr=Y&ProdId=2973&DwnldID=17883&lang=deu)? Ansonsten kannst du dich unter kontakt@planetcron.net melden.
MfG
Marcel
vor 9 Monaten
Hallo,
eigentlich habe ich nur interesse daran ein NAS mit einer Sound/Graka zu versehen, damit ich zum Musik hoeren kein PC einschalten muss. Nun bin ich auf dieses Geraet gestossen. Nur wird bei den Spezifikationen der PCI-port nicht angegeben… also auf Seiten von Drittanbieter. Bei Intel selbst finde ich das Ding nicht. Nun die Frage: Muss man dazu basteln, oder kamma da ne PCI-Karte einfach reinstecken und bekommt dann das Gehaeuse noch zu?
MfG
MtieR
vor 9 Monaten
Okay, eigentlich bloede Frage vorhin. Gehaeuse geht vllt. noch zu …. naja einfach ausprobieren. Aber mal ne andere Frage: Gibt es vllt. sowas wie ne Combokarte fuer Sound und Grafik. Grafik brauch ich ja wirklich nichts grosses…
Thx
MtieR
vor 9 Monaten
Hallo,
also es gibt auf dem Board keinen PCI Port. Ausschließlich ein PCIe x1 Slot ist vorhanden. Aber hier eine Karte dauerhaft anzuschließen ist nicht möglich aufgrund des Platzes. Du solltest dir überlegen ob du auf eine USB-Soundkarte
ausweichst.
MfG
Marcel
vor 8 Monaten
Hallo Marcel,
Deine Beschreibung finde ich super, dennoch habe ich noch eine Frage:
Wenn ich keinen RAID-Verbund aufsetzen will, brauche ich dann auch eine Integration des Treibers mit nLite.
(Nebenbei gefragt: was ist genau diese Integration).
Ansonsten habe ich alle Teile zusammen und beginne morgen mit der Installation.
Viele Grüsse – Uwe
vor 8 Monaten
Hallo,
die Integration des Treibers dient dazu das der Installer überhaupt die RAID Datenträger sieht. Solltest du die SATA Geräte über IDE anbinden ist es kein Problem und du braucht keinen Treiber zu installieren. Wenn du die Geräte jedoch über AHCI anbindest musst du auch einen Treiber einbinden da Windows auch hierfür keine integrierten Treiber anbietet.
MfG
Marcel
vor 8 Monaten
Hallo Marcel,
zuerst habe ich den Stick ohne “nLite-Einsatz” erstellt, sonst aber genau wie Du beschrieben hast.
Nichts ging, der Stick wurde nicht als Boot-Medium akzeptiert.
dann habe ich den Stick mit “nLite-Einsatz” erstellt, genau wie Du beschrieben hast.
Etwas ging, der Stick wurde als Boot-Medium akzeptiert.
Ein kurzes Zucken und es kam ein Bluescreen.
Wo ein Bluescreen ist, ist Windows nicht weit.
Tatsächlich aud DISK 2 befand sich eine alte Windows Installation.
Die Platte wurde schnell neu formatiert,
Und dann lief das ganze durch wie geschmiert.
Freundliche Grüsse und vielen Dank für Deine vorzügliche Dokumentation.
Uwe
vor 7 Monaten
Hallo,
geht die Installation nicht theoretisch auch ohne Grafikkarte, wenn man per nlite alle Infos eingibt und Full Unattended wählt?
vor 7 Monaten
Hallo,
eine Installation ohne Grafikkarte ist auch möglich. Jedoch müssen die Anpassungen an der WAIK Installation vorgenommen werden. Denn Anfangs startet diese und nicht direkt die Installation von 2003. Weiterhin muss dann zusätzlich auch der LAN Treiber integriert werden. Ich würde vorschlagen die erzeugte Installations CD dann zuvor in einer VM zu testen.
MfG
Marcel
vor 7 Monaten
Hallo,
wollte einfach nur danke sagen für die Spitzen-Anleitung!!
Habe jetzt tagelang mit der Intel-Anleitung gearbeitet und hätte am liebsten alles vor die Wand gehauen, dann habe ich die Seite hier gefunden: alles prima geklappt!!
MfG
Gynnji
vor 6 Monaten
Hallo Marcel,
..erstmal vielen Dank für den tollen Guide!
Aber ich stehe vor dem Problem mittels dem Intel Storage Manager ein RAID5 Array größer als 2 TB anzulegen (habe 4x 1,5 TB HDDs). Weisst du da evtl. weiter?
Beste Grüsse, Andy
vor 6 Monaten
Hallo Andy,
das Problem ist der Intel Storage Manager. Er unterstützt nur Arrays bis zu 2 TB von denen auch gebootet werden kann. Ich würde dir vielleicht empfehlen den WHS auf einer externen Platte oder einem schnellen USB Stick zu installieren. Das 4,5 TB RAID kann ja dann ohne Probleme über den Storage Manager laufen.
MfG
vor 6 Monaten
Alles klar Marcel und danke!
Ich habe WHS nun am IDE/PATA Interface (wo beim SS4200-E das DiskOnModule steckt) angeschlossen und kann somit am SATA die volle Festplattenkapazität im RAID5 nutzen (erstellt per Intel Storage Manager Software).
Beste Grüsse, Andy
vor 5 Monaten
Hallo Marcel!
Super Anleitung!
Aber: Was mache ich, wenn ich WHS auf eine 16GB PATA-SSD (IDE) installieren will?
Der sagt mir, es sei keine Platte angeschlossen! Im BIOS wird mir die SSD angezeigt…
Im BIOS habe ich für die 4 SATA-Platten (noch nicht eingebaut) RAID aktiviert und wollte die dann auf RAID 0 oder evtl. 5 laufen lassen…
vor 5 Monaten
Nun noch ein Problem, nachdem ich WHS auf’s Raid installiert habe:
meine Intel Pro/1000PM Netzwerkkarte bezieht keine IP! Feste IP funktioniert auch nicht!
vor 5 Monaten
Achja – MAC Adresse: 00-00-00-00-00-00
Das KANN NICHT richtig sein!?
vor 5 Monaten
Hallo,
entschuldige das ich so spät Antworte. Meine Zeit ist in letzter Zeit sehr knapp bemessen.
Bezüglich deiner Frage mit der Netzwerkkarte. Das mit der MAC Adresse ist natürlich nicht korrekt. Welche Version des Treibers hast du verwendet? Hast du das Gerät schonmal deinstalliert?
vor 5 Monaten
Ich habe auch vor meine SS4200-EHW mit 4×2TB im Raid5 laufen zu lassen. Ans DOM mächte ich entweder ne CF Karte hängen oder ne 2,5″ Platte mit adapter wo dann WHS drauf kommen soll.
Nun meine frage: Wie groß muss die CF-karte bzw. 2,5″ platte sein, um WHS drauf installieren zu können? Ich habe gelesen, dass WHS die installation bei weniger als 65gig verweigert!? Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine installation von einem 1gig usb stick dann letztendlich viel mehr als 4gig nötig hat…
vor 5 Monaten
Hallo,
auch wenn natürlich ein USB Stick mit einem GB Kapazität die 65 GB nicht ausreißt, so erfordert das der Windows Home Server dennoch. Ich würde vielleicht die Installation auf einer 80 GB HDD durchführen und das Image dann auf die kleinere SSD oder ähnliches rüberkopieren.
Die C Partition sollte aber meiner Meinung nach mindestens 25 GB groß sein. Dies ist auf spätere Updates sowie die Installation von Software zurück zu führen.